Editorial MIZ 4/25

Zwischen Erkenntnis und Abgrund
Warum wir die Wissenschaft hinterfragen müssen, 
um sie zu retten

Christoph Lammers

Wer sich heute als konfessionslos, als Atheist*in oder Agnostiker*in bezeichnet, tut dies (hoffentlich) aus einer tiefen Überzeugung heraus: Wir vertrauen nicht auf Offenbarungen, nicht auf heilige Schriften und nicht auf die unfehlbaren Urteile einer jenseitigen Instanz. Unser Kompass ist die Vernunft; unser Anker ist die Welt, wie sie sich uns durch Beobachtung und Experiment zeigt. Kurz gesagt: Wir verlassen uns auf die Wissenschaft.

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Zunehmend häufige Extremwetterlagen wie Stürme sind ein unverkennbarer Hinweis auf ein sich veränderndes Klima – doch das Argument überzeugt nicht alle, Foto: thommas68 / Pixabay
Schwerpunktthema MIZ 4/25

Die Grenzen der Wissenschaft und Fallstricke der Selbstüberschätzung

Amardeo Sarma

Wir wissen noch lange nicht alles. Bescheidenheit sollte einer der zentralen Werte der Wissenschaft sein. Leider ist dies in der Praxis oft nicht der Fall. Die einen meinen, aus den Erkenntnissen der Wissenschaft ließen sich Normen für die Gesellschaft oder Handlungsempfehlungen für Personen ableiten. Andere überschätzen sich selbst und gehen weit über ihr Fachwissen hinaus oder glauben, dass sie die Einzigen sind, die Recht haben.

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Im Nürnberger Ärzteprozess (Dezember 1946 bis August 1947) wurde auch über die Menschenversuche in Konzentrationslagern verhandelt. Das Foto zeigt Karl Brandt, den „Euthanasie-Bevollmächtigten“ des NS-Regimes, Foto: Wikipedia
Schwerpunktthema MIZ 4/25

Medizin ohne Menschlichkeit
Die Experimente von Sigmund Rascher im KZ Dachau

Michael Scholz

Es war in zahlreichen Ländern und Zeiten gang und gäbe, dass medizinische Experimente an Menschen auch gegen ihren Willen durchgeführt wurden. Zumeist waren dies Strafgefangene, psychisch Kranke oder andere marginalisierte Gruppen. Trotzdem waren die Vorgänge, die sich während des so genannten „Dritten Reiches“ in dieser Hinsicht geschah, einzigartig. Hier trafen gewissenlose Forscher auf ein schier unerschöpfliches Reservoir von Opfern, nämlich den Insassen der Konzentrationslagern.

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