MIZ 2/26

Under Attack

Der weltweite Angriff auf das Neutralitätsgebot

Porträt Gunnar Schedel, Foto: privat
Editorial


Trennung von Staat und Kirche weltweit verteidigen

Gunnar Schedel

Als vor 250 Jahren die Vereinigten Staaten von Amerika entstanden, befanden die Gründungsväter, dass es eine kluge Sache sei, Politik und Religion auseinanderzuhalten. In einem Land, besiedelt von Menschen mit den unterschiedlichsten Bekenntnissen, erschien dies als der beste Weg, die Reli­gionsfreiheit der Einzelnen zu gewährleisten. Das heißt nicht, dass im Alltag alle gleichberechtigt gewesen wären, die Dominanz der White Anglo-Saxon Protestants war allgegenwärtig. Aber dennoch waren die USA ein Musterland der Trennung von Staat und Kirche. Der erste Verfassungszusatz von 1791 legte dann auch schriftlich fest, dass keine Religion sich des Staates als Werkzeug bedienen dürfe, ihre Vorstellungen durchzusetzen.

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Schwerpunktthema

Die Freedom from Religion Foundation gehört zu den Organisationen, die daran arbeiten, die Trennung von Staat und Kirche auftrechtzuerhalten. (© FFRF)
Schwerpunktthema


Die Zukunft der Trennung von Staat und Kirche in den USA

Robert McDonald

Dass US-Präsident Donald Trump nahezu jede Woche versucht, gewachsene Strukturen der amerikanischen Demokratie in Rich­tung einer uneingeschränkten Präsidialherrschaft umzubauen, findet in den deutschsprachigen Medien große Beachtung. Weit weniger Aufmerksamkeit kommt seinen Bemühungen zu, die Tren­nung von Staat und Kirche auszuhöhlen. Robert MacDonald stellt im folgenden Artikel, der Veröffentlichungen säkularer US-Organisationen auswertet, einige der wichtigsten Maßnahmen vor. (MIZ-Redaktion)

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Staat und Kirche

Berlin, Friedrichswerdersche Kirche als Skulpturenmuseum (2024) (Foto: © Ralf Kluttig-Altmann).
Staat und Kirche


Vom Diesseits ins Abseits
Die Profanierung von Kirchengebäuden in Sachsen-Anhalt — Gefahr für Baudenkmale (Teil 2)

Ralf Kluttig-Altmann

Die beiden großen Kirchen verlieren stetig an Mitgliedern, was sich allmählich auch auf ihre Finanzkraft auswirkt. Was bedeutet das für ihre Immobilien, vor allem für die denkmalgeschützten Kirchengebäude? Wie werden diese genutzt, wenn niemand mehr zum Gottesdienst kommt und die Mittel für Sanierung und Erhaltung fehlen? In einem dreiteiligen, umfänglich bebilderten Aufsatz wird Ralf Kluttig-Altmann diesen Themenkomplex anhand sachsen-anhaltinischer Beispiele ausführlicher beleuchten. (MIZ-Redaktion)

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Prisma

Kirchenfeindliche AfD? Nicht nur dieser Antrag im Sächsischen Landtag legt nahe, etwas genauer hinzusehen. (Screenshot Webseite des AfD-Fraktion)
Prisma


AfD-„Regierungsprogramm“ vs. „Kirchensteuerkirchen“
Die Verteidigung kirchlicher Privilegien ist nicht antifaschistischer Auftrag

Gunnar Schedel

Seit die Alternative für Deutschland (AfD) die ersten Entwürfe ihres Landtagswahlprogramms für Sachsen-Anhalt veröffentlicht hat, schlagen die Wellen bei einem Thema besonders hoch: Nicht nur kirchennahe Medien sahen in den kirchenpolitischen Forderungen der Partei eine „Kampfansage“ an die Kirchen, selbst in Medien des linken Spektrums war von einer „Bedrohung“ die Rede. Doch kirchliche Propaganda dominiert eine nüchterne Betrachtung der Fakten und die Konfliktlinien werden falsch gezeichnet.

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Statistik – manchmal sehr hilfreich, um die Dinge besser zu verstehen. Und manchmal ein geschickt eingesetztes Hilfsmittel, um die Realität zu verschleiern. (© geralt / pixabay.com)
Prisma


CLAIM-Zahlen zur Muslimfeindlichkeit dürfen als „unsauber“ bezeichnet werden

Moritz Pieczewski-Freimuth

Der Investigativjournalist Sascha Adamek bewertete in der ZDF-Sendung Markus Lanz die von CLAIM verbreiteten Zahlen zu anti­muslimischen Vorfällen als „eine glatte Fälschung“ und sprach von „Alarmismus“. CLAIM wollte ihm diese Aussagen gerichtlich unter­sagen lassen. Doch das Landgericht Hamburg erklärte Adameks Äußerungen für zulässig. CLAIM ist dabei kein unbeschriebenes Blatt: Sowohl die Methodik und Verbindungen der Organisation als auch der von ihr verwendete Begriff des „antimuslimischen Rassismus“ stehen seit Jahren in der Kritik.

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www.fundiwatch.org – auf der Webseite des Kollektivs gibt es weitere Informationen zur Organisation und den bearbeiteten Themen.
Prisma


„Wir sehen im deutschsprachigen Raum eine große Leerstelle“
Ein Interview mit FundiWatch über Recherchen zu christlichem Fundamentalismus

Matthias Pöhl und Redaktion MIZ

Die Selbstbeschreibung ist sachlich und klar: „FundiWatch klärt 
über Gefahren christlich-fundamentalistischer Ideologien auf“, 
heißt es auf der Webseite der Gruppe. Die daran beteiligten Personen beschäftigten sich bereits mit christlichem Fundamen­talismus, bevor dieser mit der zweiten Amtszeit von Donald Trump als Problem ins öffentliche Bewusstsein zurückkehrte. MIZ sprach mit Matthias Pöhl, einem Gründungsmitglied von FundiWatch, über Recherchen und politische Einschätzungen, über Strategien und das Gefahrenpotential der christlichen Rechten.

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