MIZ 2/21

Neutralität am Zug

Standpunkte moderner Religionspolitik

Schwerpunktthema

Die Justitia trägt die Waage und die Augenbinde - Zeichen der Neutralität, Foto: Nicole Thies
Schwerpunktthema


Brauchen wir Neutralitätsgesetze?
Auf der Suche nach einer modernen Religionspolitik

Redaktion MIZ

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) 
hat eine Initiative gestartet, um eine Debatte über ein bundesweites Neutralitätsgesetz (bzw. ein Rahmengesetz dazu) in Gang 
zu bringen. Rechtzeitig vor der Bundestagswahl hat er die Par­teien angeschrieben und um Anregungen gebeten, wie in Deutsch­land zukünftig die weltanschauliche Neutralität des Staates gewähr­leistet werden könnte.

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Menschen ziehen es oft vor, unmündig zu bleiben und ihrem Denken „Fußschellen“” anzulegen, Foto: CC0 / pixabay.com
Schwerpunktthema


Serie: Aufklärung /// Der Zeitkern der Aufklärung

Alex Demirović

Kant bestimmt Aufklärung in seinem berühmt gewordenen Text Was ist Aufklärung? als Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Aus dieser Bestimmung folgen Fragen. Alle Menschen sind vernünftige Wesen, d.h. sie können durch öffentliches Räsonieren allgemeine Einsichten miteinander teilen, sich mündig äußern, gemeinsam ihre Vernunft gebrauchen und sich verständig verhalten. Warum sind die Menschen in der Vergangenheit unmündig gewesen? Warum äußern und verhalten sie sich jetzt nicht mündig?

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Prisma

Wäre gerne in der Anonymität verblieben: Auch „Lebensschützer“ Yannic Hendricks zeigte Dutzende von ÄrztInnen an, 
die über Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruches informierten (Wandbild an der Roten Flora, Hamburg).
Prisma


„Die Frau muss die Freiheit haben, zu wählen, ob sie Mutter sein will oder nicht“1

Viola Schubert-Lehnhardt

Am 15. Mai 1871 wurde der § 218 ins Reichsstrafgesetzbuch des 
neugegründeten Deutschen Reichs aufgenommen. Auf Abtreibun­gen2 war eine Zuchthausstrafe von bis zu fünf Jahren vorgesehen. Schon davor gab es sowohl in Deutschland als auch weltweit drastische Strafen für das Beenden einer Schwangerschaft/Geburtenkontrolle3, als auch Proteste dagegen.4 Die Wurzeln dieses Streits zwischen Gegnern („pro life“) und Anhängern („pro choice“ – so die neueren Bezeichnungen für die jeweiligen Bewegungen) der Selbstbestimmung reichen zurück bis in die Antike.

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Dass die Rolle von Frauen in der katholischen Kirche dringend überdacht werden muss, finden auch die Aktivistinnen 
der katholischen Frauenbewegung Maria 2.0 – hier bei ihrer ersten Aktionswoche im Mai 2019 in Münster, Foto: Daniela Wakonigg
Prisma


Rassismus gegen Frauen

Agnes Imhof

Im April 2021 löste die Tübinger Dogmatik-Professorin Johanna Rahner in katholischen Kreisen einen Sturm der Entrüstung aus. Ihre Äußerung: Wer an der Diskriminierung von Frauen in der katholischen Kirche nichts ändern wolle, sei nichts anderes als „ein Rassist“. Rahner stellte klar: „Ich … Würde aber einen Vorwurf aufrechterhalten: Wer Diskriminierung in der katholischen Kirche ignoriert, sie gar als nicht existent bezeichnet oder sie gar durch eine theologische Denkform überhöht und als solche dann doch wieder legitimiert, der kann sich durchaus den Rassismusvorwurf einhandeln, und zwar zu Recht.“

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Wenn man heute den Begriff „Evolutionstheorie“ hört, denkt man in erster Linie an Charles Darwin, Foto: © CC0 / pixabay.com
Prisma


Was kann die Erweiterte Evolutionäre Synthese leisten?
Teil 2: Deszendenzlehre und die Fülle der Evolutionstheorien

Thomas Waschke

Wenn man heute den Begriff ‘Evolutionstheorie’ hört, denkt man in erster Linie an Charles Darwin. Diese Einschätzung ist vollkommen berechtigt, weil es keinem anderen Autor vor oder nach ihm ge
lungen ist, die Evolutionsbiologie so nachhaltig zu prägen. Darwin publizierte eine ganze Reihe von Büchern, zweifellos am wirk­mächtigsten war aber sein 1959 erschienenes Hauptwerk On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life.

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screenshot Alice-Schwarzer-Stiftung
Prisma


Große Sorge vor radikalem Islam
Eine neue Studie zeigt, dass die Parteien beim Thema Islamismus versagen

Frank Welker

Die Giordano-Bruno-Stiftung hat in Zusammenarbeit mit der Alice Schwarzer Stiftung und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung eine Umfrage in Auftrag gegeben, welche die Haltung der deutschen Bevölkerung zum radikalen Islam zum Thema hatte. Durchgeführt wurde diese repräsentative Befragung durch das renommierte Institut für Demoskopie Allensbach. Die Ergebnisse der Untersuchung sind brisant.

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Allgemeines

Allgemeines


Das Dach eines Neutralitätsgesetzes

Frank Welker

Im Herbst gehen 16 Jahre Regie­rungs­zeit von Angela Merkel zu Ende. 16 Jahre, in denen sich dieses Land in vielerlei Hinsicht verändert hat. Als Merkel damals die Macht von Gerhard Schröder übernahm, war das Parteiensystem geprägt durch zwei Volksparteien, die den Kanzler oder die Kanzlerin stellten. Dieses Parteiensystem existiert nicht mehr. Weder die Union und erst recht nicht die SPD haben heute noch den Charakter einer Volkspartei. Stattdessen haben wir es mit einer scheinbar ausdifferenzierten Parteienlandschaft zu tun. Allerdings nur bei oberflächlicher Betrachtung, denn bei einigen Themen finden sich erstaunliche Übereinstimmungen. Ganz besonders ist dies beim Thema Staat und Religion zu sehen. Keine einzige der etablierten Parteien will derzeit ernsthaft an der derzeitigen Privilegierungspraxis von Religionsgemeinschaften rütteln.

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