MIZ 4/21

Transhumanismus

Chancen und Risiken einer Idee

Porträt Gunnar Schedel, Foto: privat
Editorial


Über Menschen

Gunnar Schedel

Wer eine Sprache lernt, einen Sport betreibt oder ein Instrument spielt, kennt das Gefühl: Besser zu werden gehört für die meisten Menschen zu den Grundbedürfnissen. Und wenn das Talent trotz allen Übens nicht weiter führt als zu Etüden, Kreismeisterschaft und Smalltalk, entsteht bei vielen der Wunsch, die Unzulänglichkeit des menschlichen Körpers und Geistes zu überwinden.

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Schwerpunktthema

Wird Künstliche Intelligenz irgendwann fühlen und denken?, Foto: pixabay.com
Schwerpunktthema


Transhumanismus

Bernd Vowinkel

Mit seinen geistigen Fähigkeiten steht der Mensch auf unserem Planeten an der Spitze der evolutionären Entwicklung. Es gibt aber keinen Grund für die Annahme, dass es darüber hinaus keine Steigerungen geben könnte. Neben den Fortschritten unserer Technik, die uns immer wieder neue Möglichkeiten und Fähigkeiten eröffnet, werden wir in Zukunft auch unsere Körper selbst weiterentwickeln und verbessern können. Erste Ansätze dazu gibt es schon jetzt. Die Verbesserung des menschlichen Körpers über seine normalen Fähigkeiten hinaus wird unter dem Begriff Transhumanismus zusammengefasst.

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Der Mensch als Ebenbild Gottes – eine Vorstellung, die lange das Selbstbildnis des Menschen prägte, Foto: pixabay.com
Schwerpunktthema


Transhumanismus und Selbstachtung

Franz Josef Wetz

Wenn uns nichts und niemand mehr sagt, wer wir sind, müssen wir selbst bestimmen, wer wir sein möchten. In der Frage, was der Mensch ist, muss zwischen seiner metaphysischen und biologischen Natur unterschieden werden. In der abendländischen Kulturgeschichte gab es mehrere Vorstellungen von der metaphysischen Wesensnatur des Menschen. Sahen die einen im Menschen einen Teil der göttlichen Weltvernunft, würdigten die anderen ihn als Ebenbild Gottes. Wieder andere beschrieben ihn als ein aus der Natur herausgehobenes Geistwesen. Hier wie dort glaubte man, dass sich aus dem, was der Mensch sei, ableiten lasse, was er zu tun habe.

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Porträt Viola Schubert-Lehnhardt
Schwerpunktthema


„Wo bleiben Autonomie, Freiwilligkeit und Authentizität des Menschen bei einem solchen Menschenbild?“
Gespräch mit Viola Schubert-Lehnhardt über Human Enhancement

Viola Schubert-Lehnhardt und Nicole Thies

Nicht nur die Menschen, die mit Science Fiction aufgewachsen sind, und die Welt der Borgs, Datas und Co. mochten, haben sich Gedanken über Optimierung menschlicher Fähigkeiten durch Technik gemacht. Täglich erfahren Menschen ihre Grenzen. Der Drang nach Optimierung fängt schon beim Immunsystem an. Was genau meint „Human Enhancement“? Wohin steuert die Medizin? Nicole Thies sprach für die die MIZ mit der Medizinethikerin Viola Schubert-Lehnhardt über die Definition, die Debatte und ihre Einschätzung der Problematiken.

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Zwischen Mensch und Maschine - Wohin steuert Künstliche Intelligenz, Foto: pixabay.com
Schwerpunktthema


Transhumanismus und Künstliche Intelligenz

Jürgen Beetz

Es hat den Anschein, als lebten wir in einem Zeitalter der Konfrontation und der Polarisierung. In vielen Bereichen treffen extrem gegensätzliche Meinungen aufeinander. Auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (KI) ist es auch so. Die einen erhoffen sich von ihr die Lösung aller Probleme der Menschheit, die anderen sehen darin deren Untergang.

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Jesuiten traten primär als konfuzianische Gelehrte auf und drangen so bis in die kaiserliche Machtzentrale im Hof von Peking vor, Fotos: pixabay.com
Schwerpunktthema


Serie: Aufklärung /// Christian Wolff und der Atheismus in China

Axel Rüdiger

Vor 300 Jahren, am 12. Juli 1721, hielt der Philosoph Christian Wolff (1679-1754) an der Universität Halle anlässlich der Übergabe des Prorektoratsamtes eine denkwürdige „Rede über die praktische Philosophie der Chinesen“, die bis heute nicht nur unter Aufklärungsforschern bekannt ist, da sie einem kapitalen Atheismusstreit provozierte und als „Signal der Aufklärung“ (Michael Albrecht) gilt. Nach Denunziation durch die halleschen Theologen und zweijährigem Streit musste Wolff schließlich die Universitätsstadt und das Land Preußen am 8. November 1723 auf Befehl des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. „binnen 48 Stunden […] bey Strafe des Stranges“ verlassen.

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Staat und Kirche

Staat und Kirche


Nur eingeschränkt fortschrittlich
Der Koalitionsvertrag verspricht nicht allzuviel

Vera Muth und Gunnar Schedel

Seit wenigen Wochen regiert in Deutschland eine Koalition aus Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen. Im neuen Koalitionsvertrag sind auch zahlreiche Projekte angeführt, die das Verhältnis des Staates zu den Religionsgemeinschaften angeht. Hier könnte es im Sinne des Anspruchs „Mehr Fortschritt wagen“ Veränderungen geben – allerdings keine grundsätzlichen. Denn der Grundtenor der Vereinbarung ist in Sachen Religion weiterhin konservativ.

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Prisma

Auf der Ebende der DNA erfolgen ständig Mutationen. Doch längst nicht alle von ihnen haben Auswirkungen auf den Phänotyp, Foto: pixabay.com
Prisma


Was kann die Erweiterte Evolutionäre Synthese leisten?
Teil 4: Ein Standard wird kritisiert

Thomas Waschke

Auf der Grundlage weniger, meist unstrittiger Annahmen gelang es den Vertretern der Modernen Synthese, eine extrem mächtige und gleichzeitig einfache Theorie zu formulieren, die sich im Lauf der Zeit als sehr robust gegen viele Einwände erwies. Selbstverständlich wurde sie im Lauf der Zeit immer wieder kritisiert. Wie im vorigen Teil der Serie dargestellt, definiert die Moderne Synthese Evolution als Veränderung von Genfrequenzen in Populationen im Lauf der Zeit. Ein grundlegender Einwand gegen diese Theorie, der nicht nur von Naturwissenschaftlern vorgetragen wurde, bestand daher darin, dass bezweifelt wird, dass mit dieser Definition alle Phänomene der Evolution erfasst werden können.

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Die Situation für Frauen in Afghanistan ist unter der Taliban-Herrschaft dramatisch, Foto: pixabay.com
Prisma


Solidarität mit afghanischen Mädchen 
und Frauen
Für das Recht auf Leben, Sicherheit, Gesundheit und Bildung

Rebecca Schönenbach

Am 23. Dezember 2021 verkündet die neue Außenministerin Annalena Baerbock ihre ersten Schritte für Afghanistan. Sie betonte, dass in Afghanistan eine große humanitäre Katastrophe bevorstehe und daher Hilfe nötig sei. Daher beteilige sich Deutschland mit 600 Millionen an der Hilfe, die über die Vereinten Nationen organisiert wird. Dadurch sei sichergestellt, dass das Geld nicht den Taliban zugutekomme.

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Rubriken

Neulich


Neulich …
... am Ursprung der 
Fake News

Gerhard Rampp

kam dem Papst eine grandiose, geradezu göttliche Idee. Schon Ende April rief er zu einem Sturmgebet gegen die Pandemie auf. Einen „Gebets-Marathon“ hatte er sich Mai gewünscht: Gläubige in aller Welt sollten den Rosenkranz beten, „für ein Ende der Corona-Pandemie und ein Wiederaufleben des sozialen und wirtschaftlichen Lebens“, wie Radio Vatikan berichtete.

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LeserINNENbriefe


Spendenaufruf

Redaktion MIZ

Da die MIZ-Redaktion die Dokumentation konfrontativer Religionsbekundungen für eine wichtige Aufgabe hält, hat sie sich entschieden, den Spendenaufruf von DEVI e.V. zu veröffentlichen.

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