MIZ 4/15

Angst vor dem Fremden

Das christliche Abendland macht mobil
Porträt Gunnar Schedel, Foto: privat
Editorial

Schuld hat der Präsident

Gunnar Schedel

Es war noch nicht klar, was da in Köln genau passiert war, da kursierten schon stereotype Schuldzuweisungen. Die Flüchtlinge. Die Frauen. Die Medien (weil sie verschwiegen hatten, dass es sich bei den Tätern um Migranten handelte). Die Medien (weil sie geschrieben hatten, dass es sich bei den Tätern um Migranten handelte). Am Ende trat der Kölner Polizeipräsident zurück. Er hatte zu verantworten, dass die Polizei in der Silvesternacht über Stunden hinweg Frauen nicht vor der massiven sexualisierten Gewalt schützen konnte, und ihm wurde vorgeworfen, verschwiegen zu haben, dass unter den als mögliche Tatverdächtige überprüften Personen ein überproportional hoher Anteil an Flüchtlingen war.

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Schwerpunktthema

Schwerpunktthema

Frauen auf der Flucht

Gisela Notz

Etwa 800.000 Geflüchtete sollen bis zum Ende 2015 nach Schät­zungen des Bundesinnenministeriums nach Deutschland gekom­men sein. Sie sind Teil einer „Flüchtlingswelle“, wie sie Deutsch­land seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr erlebt hat. Menschen fliehen nicht freiwillig. Die weitaus meisten Menschen fliehen vor Bürgerkriegen, viele aufgrund von weltweiten Men­schenrechtsverletzungen wie Armut, Hunger, Folter, politischer Unterdrückung oder Umweltkatastrophen.

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Staat und Kirche

Staat und Kirche

Freistaat Sachsen: „Freie Schulen“ ertricksen sich mehr
Wie es klerikale Rechner mit dem Achten Gebot halten

Siegfried R. Krebs

„Freie Schulen“ in Sachsen haben durch Tricksereien hunderttausende Euro an Landes-Zuschüssen zu viel kassiert; so reißerisch berichteten am 13. und 14. Oktober 2015 die in Dresden erscheinende Sächsische Zeitung (SZ) und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) unter Berufung auf den Landesrechnungshof. Danach hätten im Schuljahr 2010/11 sieben von zehn überprüften Schulträgern fehlerhafte Schülerzahlen gemeldet. Diesen Schulen seien dadurch Zuschüsse in Höhe von rund 620.000 Euro zu viel gezahlt worden.

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Staat und Kirche

Die Macht der Religiösen
Warum Carsten Frerks Studie zur „Kirchenrepublik“ 
erst ein Anfang ist

Frank Welker

Carsten Frerk hat mit seiner vom Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten angestoßenen und finanzierten Studie Kirchenrepublik Deutschland. Christlicher Lobbyismus1 erstmals den Einfluss der Kirchen auf die Politik genauer analysiert. Dabei hat der Politikwissenschaftler eine beeindruckende Menge an Material zusammengetragen und ausgewertet. Doch wie Frerk selbst feststellt, kann dies erst eine „Annäherung“ an das Thema sein. Das für die säkulare Szene wichtigste Projekt muss weiter vorangetrieben werden.

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Staat und Kirche

11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!

Daniela Wakonigg

Auf dem Katholikentag in Regensburg im Mai 2014 trat sie zum ersten Mal in Aktion, die Protestgruppe „11. Gebot“. Mit einer knapp drei Meter hohen Mosesfigur und einer Pappmaché-Steintafel mit der Aufschrift „Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen“ demonstrierte sie gegen die Praxis der öffentlichen Subventionierung von Kirchentagen. Inzwischen sorgte das 11. Gebot auch durch Aktionen in Leipzig und Münster – Austragungsorte der Katholikentage 2016 und 2018 – dafür, dass die Öffentlichkeit auf die skandalöse Bezuschussungspraxis kirchlicher Feierlichkeiten aufmerksam wurde.

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Prisma

Prisma

„Wir müssen lernen den Frauen zu vertrauen“
Ein Gespräch mit Sarah Diehl zu den Themen Schwangerschaftsabbruch und Mutterbild

Sarah Diehl

Sarah Diehl engagiert sich seit Jahren für eines der zentralen Frauenrechtsthemen: das Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Dabei geht es ihr um den ‘sicheren’ Zugang: dass Frauen körperlich unversehrt einen Schwangerschaftsabbruch durchführen können – was deutlich wahrscheinlicher wird, wenn der Eingriff bzw. die Medikamenteneinnahme legal sind. Ihr ist die Entkriminalisierung ebenso wichtig wie die Entstigmatisierung innerhalb der Gesell­schaft.

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Schwager - nein danke!, Foto: Andreas Morlok / pixelio.de
Prisma

Die Diskussion um den Schwangerschaftsabbruch in der DDR
Eine Erinnerung nach 25 Jahren

Viola Schubert-Lehnhardt

In den ersten Jahren der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde sehr heftig um notwendige Veränderungen von Regelungen zum Schwangerschaftsabbruch (bzw. um die Anpassung der unterschiedlichen Gesetzeslage in alten und neuen Bundesländern) gerungen und gestritten. War dies doch die einzige Gesetzeslage, die nicht mit im Einigungsvertrag geregelt war, sondern auf spätere Zeiten (bis 1993) hinausgeschoben worden war.

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Prisma

Der Weg zum Dover-Prozess

Thomas Waschke

Der Prozess über den Versuch, in Dover Intelligent Design in den Biologie-Unterricht einzubringen, bildet den vorläufigen Abschluss des gerichtlichen Streits über Evolution und Schöpfung an öffentlichen Schulen in den USA. Um die Bedeutung dieses Prozesses zu verstehen, ist es sinnvoll, die Entwicklung seit dem Scopes-Prozess (siehe dazu MIZ 3/15) kurz zu untersuchen. In diesem Prozess hatte ein Lehrer absichtlich ein Gesetz, das die Behandlung der Evolution des Menschen im Unterricht verbot, übertreten, um letztlich dieses Gesetz zu Fall zu bringen.

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Philatelie für Ungläubige

Nicole Thies

Am Ende des Matthäus-Evangeliums sagt Jesus: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker. Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes …“ (Mt. 28,18-20). Das Zweite Vatikanische Konzil unterstrich 1965 die Bedeutung dieses Missionsbefehls und verkündete u.a.: „So aber … arbeitete die Kirche zugleich, dass die Fülle der ganzen Welt in das Volk Gottes eingehe“.1

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