Mission Freedom – auf den ersten Blick ein professioneller Webauftritt, bei genauerem Hinsehen wird jedoch schnell klar, welche Rolle die christliche Ideologie für die Soziale Arbeit der Organisation spielt.
Prisma MIZ 1/26

Vom „großen Plan Gottes“ zur Kindeswohlgefährdung?

Matthias Pöhl

Der umstrittene evangelikale Verein Mission Freedom e.V. hat 2024 eine vollstationäre Jugendeinrichtung für minderjährige Betroffene von sexuellem Missbrauch im bayerischen Allgäu eröffnet. Der Ort dürfte dabei nicht zufällig gewählt worden sein. Denn öffentliche Stellen in Hamburg, dem Sitz des Vereins, distanzierten sich schon 2013 und erklärten, man arbeite mit dem Verein wegen dessen spezifisch-missionarischer Ausrichtung und unprofessioneller Arbeitsweise nicht zusammen.1

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Der „Marsch für das Leben“ ist eine den wichtigsten Veranstaltungen für die „Lebensschützer“-Szene. (Foto: Frank Nicolai)
Prisma MIZ 1/26

Tradition, Familie, Privateigentum
Wie sich rechtskatholische Netzwerke in Europa ausbreiten

F.F. Katterfeldt

Am 20. März 2026 fand auf der Leipziger Buchmesse eine Veran­staltung mit dem Titel „Linke Gewalt gegen Lebensrechtler“ statt. Moderiert von Heiner Lüning stellte Elias Burow im Gespräch mit Mathias von Gersdorff dessen Buch Antifa marschiert: Linke Gewalt gegen Lebensrechtler über vermeintlich organisierte und systematische Angriffe auf die selbsternannten Lebensschützer vor. Doch viel interessanter als der Inhalt sind die Teilnehmer und der Veranstalter des Panels. Wer ist Mathias von Gersdorff? Wer ist Elias Burow? Und welche Rolle spielt die Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur DVCK e.V.?

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„Wir bringen Licht ins Dunkel“ lautet der Slogan auf der Webseite von Mission Freedom e.V. Tatsächlich verschleiert der Auftritt jedoch den religiösen Hintergrund des Vereins, denn davon ist auch bei gründlicher Suche wenig zu finden. Lediglich die Vernetzung mit der Evangelischen Allianz und die Mitarbeit im Arbeitskreis Christliche Lebenshilfe können als Hinweise gesehen werden. Darüber hinaus macht noch stutzig, dass der Zweiten Vorsitzenden Johanna Planeth auch die „Leitung Gebetshaus München“ obliegt.
Staat und Kirche MIZ 2/24

Die großen Pläne ‘Gottes’ … sind undurchschaubar

Matthias Pöhl

Mit den Worten „Im Allgäu hat Gott große Pläne vor 23!“ kündigte Gaby Wentland – eine evangelikale Predigerin, die sich selbst als „radikale Christin“ bezeichnet und Vorsitzende des Vereins Mission Freedom e.V. ist – Anfang 2023 ihre offenbar nächste große „göttliche Mission“ an: Die Eröffnung einer vollstationären Jugendeinrichtung für minderjährige Betroffene von sexuellem Missbrauch. Angestoßen durch eine Privatrecherche des Verfassers1 gibt es hierzu nun kritische Fragen aus der Politik und Berichte in den Medien. Werden hier sehenden Auges schwerst missbrauchte Minderjährige in die Obhut einer missionarisch ausgerichteten christlich-fundamentalistischen Organisation gegeben?

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