„Muslime“ – sowohl von der rassistischen als auch von der religiösen Rechten werden sie gerne als homogenes Kollektiv gedacht, in dem das Individuum vollständig aufgeht. Über den rhetorischen Umweg eines identitären „Anti-Rassismus“ erheben die konservativsten Strömungen des Islams einen Alleinvertretungsanspruch für alle „Muslime“, Foto: Ibrahim Abdullah / Unsplash
Staat und Kirche MIZ 4/25

Katastrophale Perspektive
Der „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ ist ein Geschenk 
für die religiöse Rechte

Romo Runt

In Berlin, wo seit längerem identitäre Auffassungen in der Politik vorherrschen, ist der 15. März als „Internationaler Tag gegen Islamfeindlichkeit“ eingeführt worden. Auf Antrag der Fraktionen von CDU und SPD hat das Abgeordnetenhaus im vergangenen September beschlossen, dass zukünftig dieser Tag genutzt werden soll, um das Thema in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Damit ist es der religiösen Rechten endgültig gelungen, ihre Perspektive auf Religion durchzusetzen – ein weiterer Schritt auf dem Weg zurück hinter die Aufklärung.

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Der Kampf gegen Rassismus ist wichtig – doch die Handlungsempfehlungen der Expert*innenkommission antimuslimischer Rassismus sind leider unwirksam gegen Rassismus, Foto: Markus Spiske on Unsplash
Staat und Kirche MIZ 3/22

Unter falscher Flagge
Die Handlungsempfehlungen der Expert*innenkommission antimuslimischer Rassismus wirken nicht antirassistisch

Romo Runt

Nach dem rassistisch motivierten Anschlag von Hanau im Februar 2020 mit neun Getöteten wurde in Berlin auf Betreiben des damaligen Justizsenators Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) eine „Expert*in­nenkommission zu antimuslimischem Rassismus“ eingesetzt, die im Februar 2021 ihre Arbeit aufnahm. Nun hat die fünfköpfige Kommission „Handlungsempfehlungen“ vorgelegt, die allerdings kaum Wirkung gegen Rassismus entfalten werden, da sie vor allem darauf abzielen, religiöse vor anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren zu bevorzugen.

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Prisma MIZ 1/18

Diskurswechsel
Im Ferkelbuchstreit warf ein identitäres Religionsverständnis seine Schatten voraus

Gunnar Schedel

Es war ein außergewöhnliches Verfahren, das da am 6. März 2008 
vor der „Bundesprüfstelle“ stattfand. Wo ansonsten über die Dar
stellung brutaler Gewalt oder volksverhetzende Aussagen ver
handelt wird, ging es damals um die Frage, ob ein niedliches, im Kinderbuch-Stil gezeichnetes Schweinchen aus der Öffentlichkeit verbannt werden sollte. Der Vorwurf: Durch seine Kritik an den drei abrahamitischen Weltreligionen wirke das Ferkel sozial desorientierend auf Kinder.

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