Die sogenannten Entwicklungsgene sind dafür verantwortlich, dass ein Körper mit den entsprechenden Organen entsteht. Diese Gene kommen in sehr ähnlicher Form bei sehr unterschiedlichen Tieren vor, Fotos: Pixabay CC0
Prisma MIZ 1/22

Was kann die Erweiterte Evolutionäre Synthese leisten?
Teil 5: Evolutionäre Entwicklungsbiologie (EvoDevo) — 
die Rückkehr des Organismus in die Evolutionsbiologie

Thomas Waschke

So gut wie alle mehrzelligen Lebewesen durchlaufen eine Individualentwicklung (Ontogenese, im folgenden Text als ‘Entwicklung’ bezeichnet): Aus einer befruchteten Einzelle oder einem Gewebe entsteht in einem komplizierten Prozess, an dem sowohl Gene als auch die Umwelt beteiligt sind, ein Körper mit bestimmten Merkmalen. Die Evolutionäre Entwicklungsbiologie, kurz EvoDevo (vom Englischen Evolutionary Developmental Biology), entstand als eine interdisziplinäre Forschungsrichtung, die sich mit dem Zusammenhang zwischen den Fragen, wie sich Embryonen zu adulten Organismen entwickeln (englisch ‘development’) und wie diese Mechanismen im Lauf einer über lange Zeiten abgelaufenen Evolution entstanden sind, befasst. Für diese Artikelserie ist aber vor allem wichtig, welche Bedeutung die so gefundenen Mechanismen für die Struktur von Evolutionstheorien haben.

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