„Muslime“ – sowohl von der rassistischen als auch von der religiösen Rechten werden sie gerne als homogenes Kollektiv gedacht, in dem das Individuum vollständig aufgeht. Über den rhetorischen Umweg eines identitären „Anti-Rassismus“ erheben die konservativsten Strömungen des Islams einen Alleinvertretungsanspruch für alle „Muslime“, Foto: Ibrahim Abdullah / Unsplash
Staat und Kirche MIZ 4/25

Katastrophale Perspektive
Der „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ ist ein Geschenk 
für die religiöse Rechte

Romo Runt

In Berlin, wo seit längerem identitäre Auffassungen in der Politik vorherrschen, ist der 15. März als „Internationaler Tag gegen Islamfeindlichkeit“ eingeführt worden. Auf Antrag der Fraktionen von CDU und SPD hat das Abgeordnetenhaus im vergangenen September beschlossen, dass zukünftig dieser Tag genutzt werden soll, um das Thema in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Damit ist es der religiösen Rechten endgültig gelungen, ihre Perspektive auf Religion durchzusetzen – ein weiterer Schritt auf dem Weg zurück hinter die Aufklärung.

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Der Vorsitzende des GWUP-Wissenschaftsrates, Nikil Mukerji, auf der SkepKon. (Foto: © André Sebastiani)
Schwerpunktthema MIZ 1/23

Critical Studies oder Kritikfreudigkeit?
Die skeptische Bewegung definiert gerade neu, was unter die Lupe genommen werden soll – und was besser nicht

Gunnar Schedel

Es gehört zum „Markenkern“ der Gesellschaft zur wissenschaft­lichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), dass sie Verfahren kritisiert, die sich „Wissenschaft“ nennen, diesen Anspruch aber nicht erfüllen. Seit der letzten Mitglieder­versammlung Mitte Mai ist unklar, ob das auch weiterhin so sein wird. Denn ein Teil der Mitgliedschaft will das skeptische Denken an die Leine legen, und bei den Vorstandswahlen hat sich diese Fraktion weitgehend durchgesetzt.

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Der Kampf gegen Rassismus ist wichtig – doch die Handlungsempfehlungen der Expert*innenkommission antimuslimischer Rassismus sind leider unwirksam gegen Rassismus, Foto: Markus Spiske on Unsplash
Staat und Kirche MIZ 3/22

Unter falscher Flagge
Die Handlungsempfehlungen der Expert*innenkommission antimuslimischer Rassismus wirken nicht antirassistisch

Romo Runt

Nach dem rassistisch motivierten Anschlag von Hanau im Februar 2020 mit neun Getöteten wurde in Berlin auf Betreiben des damaligen Justizsenators Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) eine „Expert*in­nenkommission zu antimuslimischem Rassismus“ eingesetzt, die im Februar 2021 ihre Arbeit aufnahm. Nun hat die fünfköpfige Kommission „Handlungsempfehlungen“ vorgelegt, die allerdings kaum Wirkung gegen Rassismus entfalten werden, da sie vor allem darauf abzielen, religiöse vor anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren zu bevorzugen.

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