MIZ 1/23

Alternative Fakten, exklusives Wissen

Warum wir eine universalistische Wissenschaft verteidigen müssen
Editorial

Krisen als Motor der Wissenschaftsfeindlichkeit

Christoph Lammers

Dass die Welt aus den Fugen geraten ist, lässt sich kaum leugnen. Die multiplen Krisen, mit denen wir zu kämpfen haben – Finanzkrise, Klimakrise oder auch die Flüchtlingskrise und, nicht mehr ganz so aktuell, die Corona-Pandemie –, stellen für alle Menschen eine existentielle Bedrohung dar.

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Schwerpunktthema

Wissenschaftsskepsis bewegt Menschen unter anderem zu glauben, dass die Erde flach ist. (Foto: © Kajetan Sumila / unsplash.com)
Schwerpunktthema

Wissenschaftsskepsis und ihre Ursachen
Wie wir Vertrauen in Forschung stärken und Fehlinformationen entgegenwirken können

Dittmar Graf

Wir leben in unsicheren Zeiten. Wer würde das bestreiten wollen. 
Logisches, kohärentes Denken ist anscheinend aus der Mode gekommen und seine Sinnhaftigkeit wird von vielen Seiten angezweifelt. Dies zeigen die Erhebungen zur Einstellung der Öffentlichkeit gegenüber Wissenschaft und Forschung immer wieder. Welche Folgen diese Zweifel haben können und welche 
Rolle der Bildung bei der Bekämpfung der Zweifel zukommt, 
soll in diesem Beitrag näher betrachtet werden.

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Natalie Grams (Foto: © Marc Fippel)
Schwerpunktthema

Mehr Raum und Zeit für das Zwischenmenschliche
Ein Gespräch mit Natalie Grams über Wissenschaftsskepsis in der Medizin

Natalie Grams und Redaktion MIZ

Im Bereich der Medizin gibt es seit jeher Angebote, die mit Metho­den arbeiten, die außerhalb des wissenschaftlichen Konsenses liegen, und gleichzeitig von ihren Befürworter:innen als der „Schulmedizin“ überlegen dargestellt werden. Trotzdem war es überraschend, wie viele Menschen sich, auch in kleineren Städten, mobilisieren ließen, um gegen Corona-Schutzmaßnahmen und Impfpflicht zu demonstrieren. Eine Motivation war unüberhörbar eine distanzierte Haltung zur evidenzbasierten Medizin. MIZ sprach mit der Ärztin Natalie Grams über Ursachen und Folgen dieser verbreiteten Einstellung.

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March for Science, Washington 2017. (Foto: © Vlad Tchompalov / unsplash.com)
Schwerpunktthema

Warum die sog. „Critical Studies“ unter Pseudowissenschaftsverdacht stehen

Martin Mahner

An den Universitäten finden sich in den Geistes- und Sozialwissen­schaften seit längerem verschiedene Theorien, Ansätze, Subdiszipli­nen oder ganze Fächer, die im Englischen als „Critical Studies‟ zusammengefasst werden (im Folgenden als CS abgekürzt). Dazu gehören u.a. die Critical Race Theory, Post-Colonial Studies, Gender Studies, Queer Studies, Fat Studies und Disability Studies. Durch ihr Vorhandensein und ihre Stellung in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten entsteht automatisch ein Wissenschaftsanspruch.

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Der Vorsitzende des GWUP-Wissenschaftsrates, Nikil Mukerji, auf der SkepKon. (Foto: © André Sebastiani)
Schwerpunktthema

Critical Studies oder Kritikfreudigkeit?
Die skeptische Bewegung definiert gerade neu, was unter die Lupe genommen werden soll – und was besser nicht

Gunnar Schedel

Es gehört zum „Markenkern“ der Gesellschaft zur wissenschaft­lichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), dass sie Verfahren kritisiert, die sich „Wissenschaft“ nennen, diesen Anspruch aber nicht erfüllen. Seit der letzten Mitglieder­versammlung Mitte Mai ist unklar, ob das auch weiterhin so sein wird. Denn ein Teil der Mitgliedschaft will das skeptische Denken an die Leine legen, und bei den Vorstandswahlen hat sich diese Fraktion weitgehend durchgesetzt.

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Staat und Kirche

Online-Feedback-Konferenz zu MIZ 4/22.
Staat und Kirche

Wie geht’s weiter mit dem Zentralrat der Konfessionsfreien?
Auf der MIZ-Feedback-Konferenz wurde über die Zukunft säkularer Lobbyarbeit kontrovers diskutiert

Redaktion MIZ

Ist der Zentralrat der Konfessionsfreien ein guter Weg zu mehr Wahr­nehmbarkeit säkularer Anliegen oder führt das Konzept eher in eine Sackgasse? Dieser Frage war Heft 4/22 in zwei Beiträgen und einem Interview mit dem Zentralratsvorsitzenden Philipp Möller nachgegangen. Auf der Feedback-Konferenz, die Mitte Februar online stattfand, beteiligten sich nicht nur Mitglieder des 
Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA), sondern auch Aktive aus anderen Verbänden. Entsprechend kontrovers verlief die Debatte.

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Abstimmungswerbung für und gegen das Volksbegehren „Pro Reli“ in Berlin (2009). (Foto: © Axel Mauruszat / wikimedia commons/ CC BY 2.0 DE)
Staat und Kirche

Religionsunterricht soll in Berlin Wahlpflichtfach werden

IBKA Berlin

Die neue schwarz-rote Koalition in Berlin überraschte die Berliner 
mit der Ankündigung, dass der Religionsunterricht demnächst Wahlpflichtfach in einem neu zu schaffenden Bereich Weltanschau­ungen/Religion werden soll. Auf Seite 42 des Koalitionsvertrags heißt es: „Die Koalition strebt die Einführung eines Wahlpflichtfachs Weltanschauungen/Religionen als ordentliches Lehrfach an. … Das Fach Ethik bleibt in seiner bisherigen Form bestehen.“1

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Buskampagne 2019 (Foto: © Daniela Wakonigg)
Staat und Kirche

Staatsleistungen
Feudaler Stachel im Fleisch des säkularen Rechtsstaats

Christian Casutt

Die Trennung von Staat und Kirche in Deutschland wird von Verfassungsjuristen als „gemäßigt“ bzw. „hinkend“ beschrieben. Dieses „säkulare Hinken“ zeigt sich nirgendwo deutlicher als bei den Staatsleistungen an die Kirchen, verbunden mit dem politischen Versagen im Hinblick auf die seit mehr als hundert Jahren grundgesetzlich geforderte, aber bis heute nicht vollzogene Ablösung dieser Leistungen. Das Vorhaben der Ampelregierung, in der laufenden Legislaturperiode ein Rahmengesetz zu verabschieden, mit dem die Beendigung der Staatsleistungen eingeleitet werden soll, ändert nichts an der grundsätzlichen Problematik. Denn die eigentliche Ablösung muss auf Basis des Bundesgesetzes durch die Länder erfolgen und die diesbezüglichen Modalitäten sind umstritten.

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Prisma

Haus des Humanismus in Berlin-Schöneberg. (Foto: © ChickSR / wikimedia commons / CC BY-SA 4.0)
Prisma

Was ist „säkularer Humanismus“?

Horst Groschopp

Im Zusammenhang mit der Konstituierung des Zentralrates der Konfessionsfreien (ZdK) aus dem Koordinierungsrat säkularer Organisationen (KorsO) im September 2021 verließen einige von dessen Gründungsmitgliedern den gemeinsamen Verbund, darunter der Humanistische Verband Deutschlands (HVD). Zu den Absprachen mit ihm gehört die Vereinbarung einer „strategischen Partnerschaft“. Dies setzt ein gemeinsames langfristiges gesellschaftspolitisches Ziel voraus.

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Logo Liste der säkularen Gefangenen
Prisma

Atheist Day 2023

Romo Runt

Auch dieses Jahr fanden am 23. März anlässlich des Atheist Day einige Aktionen statt, die an die Diskriminierung und Verfolgung von Ungläubigen weltweit erinnern sollten. Erstmals wurde von Projekt 48 eine Liste der säkularen Gefangenen veröffentlicht, die das Schichsal von fünf Oppositionellen in vier Ländern – stellvertretend für alle anderen – dokumentierte.

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Die Moderne Synthese wird als ‘genzentriert’ beschrieben. (Foto: © Mahmoud Ahmed / pixabay.com)
Prisma

Was kann die Erweiterte Evolutionäre Synthese leisten?
Teil 9: Ein vorsichtiger Blick in die Zukunft

Thomas Waschke

In den bisherigen Beiträgen wurden die Inhalte der Modernen Synthese (MS) sowie die der Erweiterten Synthese (ES) dargestellt. Zuletzt wurde diskutiert, welche Kriterien eine potenzielle Alter­native erfüllen muss, um das Standardmodell ablösen zu können. Im letzten Teil der Serie soll es darum gehen, ob und wenn ja, welches der beiden konkurrierenden Theoriemodelle sich perspektivisch durchsetzen wird bzw. wie sinnvoll eine ‘Wachablösung’ der Modernen Synthese durch die Erweiterte Synthese aus Sicht des Autors ist.

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Rubriken

Neulich

Neulich …
... bei Königs

Daniela Wakonigg

Was war das doch für ein herrlich bombastischer Schmalz neulich in Brexit-Land. Nach mehr als sieben Jahrzehnten in Warteposition bestieg Charles Philip Arthur George Mountbatten-Windsor den britischen Thron. Und das nach einem jahrhundertealten Ritual mit religiös-magischem Klimbim vom Feinsten.

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