Editorial MIZ 4/25

Zwischen Erkenntnis und Abgrund
Warum wir die Wissenschaft hinterfragen müssen, 
um sie zu retten

Christoph Lammers

Wer sich heute als konfessionslos, als Atheist*in oder Agnostiker*in bezeichnet, tut dies (hoffentlich) aus einer tiefen Überzeugung heraus: Wir vertrauen nicht auf Offenbarungen, nicht auf heilige Schriften und nicht auf die unfehlbaren Urteile einer jenseitigen Instanz. Unser Kompass ist die Vernunft; unser Anker ist die Welt, wie sie sich uns durch Beobachtung und Experiment zeigt. Kurz gesagt: Wir verlassen uns auf die Wissenschaft.

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Zunehmend häufige Extremwetterlagen wie Stürme sind ein unverkennbarer Hinweis auf ein sich veränderndes Klima – doch das Argument überzeugt nicht alle, Foto: thommas68 / Pixabay
Schwerpunktthema MIZ 4/25

Die Grenzen der Wissenschaft und Fallstricke der Selbstüberschätzung

Amardeo Sarma

Wir wissen noch lange nicht alles. Bescheidenheit sollte einer der zentralen Werte der Wissenschaft sein. Leider ist dies in der Praxis oft nicht der Fall. Die einen meinen, aus den Erkenntnissen der Wissenschaft ließen sich Normen für die Gesellschaft oder Handlungsempfehlungen für Personen ableiten. Andere überschätzen sich selbst und gehen weit über ihr Fachwissen hinaus oder glauben, dass sie die Einzigen sind, die Recht haben.

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Nicole Thies
Editorial MIZ 2/24

Versuch macht klug …

Nicole Thies

So heißt es umgangssprachlich. Ob Alltagswissen oder Wissenschaft: die Neugierde, der Erkenntnisgewinn, und der Versuch, das Experiment, stehen am Anfang. Wer genervt einem Kleinkind zum x-ten Mal den Gegenstand aufhob, welcher offenkundig willentlich zu Boden fallengelassen wurde, kann sich nach der Ursache fragen. Nun wird aus den Kindern in den meisten Fällen kein Newton, aber sie erkennen wie sich Gegenstände regulär verhalten und erproben mit unterschiedlichen Massen und erlernen die Unregelmäßigkeiten – vom spritzenden Brei bis zur dumpf fallenden Rassel – ganz intuitiv und spielerisch im Alltag. Selbst wenn das Prinzip „trial and error“ maßgeblich durch ungehaltene und achtsame Eltern dem angemessenen Sozialverhalten gemäß kontrolliert gesteuert und sozialverträglicher gelenkt wird.

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Eine der Sternstunden der Wissenschaft: das Hubble Space Teleskop. (Foto: p2722754 / Pixabay)
Schwerpunktthema MIZ 2/24

„Eine Pille gegen die Erwärmung der Erde“
Ein Gespräch mit Ernst Peter Fischer über das Erfolgsmodell Wissenschaft, Geheimnisse und unrealistische Erwartungen

Ernst Peter Fischer

Wissenschaftliches Denken hat dazu geführt, dass die Menschen ihr Wissen enorm ausweiten und sich so neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen konnten. Gleichzeitig wächst die Zahl der Menschen, die Produkte, die auf wissenschaftlicher Forschung beruhen, ganz selbstverständlich im Alltag nutzen, Wissenschaft an sich aber distanziert gegenüberstehen. Über diesen Widerspruch, wissenschaftlichen Fortschritt und den Vertrauensverlust in die Leistungsfähigkeit von Wissenschaft sprach MIZ mit dem Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer.

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Schwerpunktthema MIZ 4/17

Wunderwunden

Bernd Harder

Franz von Assisi soll der erste Stigmatisierte der Kirchengeschichte gewesen sein. Bis heute behaupten Frauen und Männer, die blutigen Wundmale Christi zu tragen. Was steckt hinter dem seltsamen Phänomen?

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Prisma MIZ 3/17

Die Misere des Glaubens

Rüdiger Vaas

Religion ist kein himmlisches Mysterium, sondern ein sehr dies­seitiges Phänomen. Wissenschaftler verstehen es immer besser, die irdischen Wurzeln der Religiosität auszugraben – mit teils verblüffenden Resultaten. Neben biologischen und sozialen und gesellschaftlichen Befunden sind es die abgründigen, dunklen Tiefen der menschlichen Psyche, die den philosophisch mehr oder weniger aberwitzigen und irrationalen Hang zu vermeintlich über- oder hinterirdischen Anhaftungen bedingen. So kommen Zusammenhänge zwischen Religiosität, Autoritätsgläubigkeit und Ängsten ans Licht.

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Staat und Kirche MIZ 1/15

Theologie statt Religionswissenschaft
Wie die Empfehlungen des Wissenschaftsrates ins Leere laufen

Vera Muth und Gunnar Schedel

Anfang 2010 wurden die Empfehlungen des Wissenschaftsrates „zur Weiterentwicklung von Theologien und religionsbezogenen Wissenschaften an deutschen Hochschulen“ verabschiedet. Darin wird vorgeschlagen, an einigen Hochschulen Islamische Theologie einzurichten und zugleich die Religionswissenschaft als eigenständiges Fach zu stärken. Fünf Jahre danach zeigt sich, dass nur einer der beiden Punkte von der Politik mit Elan umgesetzt wird.

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Prisma MIZ 2/14

Primate Pride Day
In Südamerika haben Atheisten den Kampf gegen den Kreationismus aufgenommen

Karol Tapia de Moya und Luis Morales Retat

Die meisten Menschen in Kolumbien bezeichnen sich als Katho­liken. Doch die Bevölkerung ist nicht immun gegen die Schläge, die die katholische Kirche nun seit einigen Jahren gegen ihr Image einstecken musste – die meisten davon selbstverschuldet: Pädophilie, Homophobie und andere extreme Haltungen sind einige der Dinge, die am traditionellen Glauben der meisten Kolumbianer nagen.

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