MIZ 2/23

Untergang, Verschwinden, Bedeutungsverlust

Über die schwindende Präsenz von Religionen
Porträt Gunnar Schedel, Foto: privat
Editorial

Too Big to Fail?

Gunnar Schedel

In den meisten industrialisierten Staa­ten sind die traditionellen Religion auf dem Rückzug, vor allem, wenn sie kirchlich verfasst ist. Das gilt selbst für Länder wie Irland, die noch vor nur einer Generation als bis in den letzten Winkel der Gesellschaft katholisch geprägt galten. Kann diese Entwicklung als Bestätigung der Theorien verstan­den werden, die ein allmähliches Ver­schwinden von Religion in der Moderne prognostizieren?

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Schwerpunktthema

Die antiken Religionen der Griechen und Römer sind als Religionen verschwunden und zum Teil in Bildung transformiert. (Foto: © Greg Montani / Pixabay)
Schwerpunktthema

„Nur Religionen haben andere Religionen zum Verschwinden gebracht“
Ein Gespräch mit dem Religionswissenschaftler Hartmut Zinser über den Untergang von Religionen

Hartmut Zinser und Redaktion MIZ

Die einfache Fortschrittsidee, dass mit der zunehmenden Verbreitung moderner Gesellschaftsstrukturen die Religion allmählich abstirbt, würde heute wohl niemand mehr vertreten. Trotzdem sind in einigen industrialisierten Staaten die Religionsgemeinschaften in einer tiefen Krise, sprechen Kirchenvertreter mehr oder weniger deutlich vom absehbaren Zusammenbruch der bisher bestehenden kirchlichen Strukturen. In anderen Regionen der Welt geraten Minderheitenreligionen, ob Christen im Vorderen Orient oder Muslime in Myanmar, zunehmend unter Druck. MIZ hat mit dem Religionswissenschaftler Hartmut Zinser darüber gesprochen, was es heißt, wenn eine Religion untergeht.

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Staat und Kirche

Auf Übereinkünfte aus der Zeit Napoleons gründen Kirchen heute noch ihren Anspruch, Staatsleistungen zu erhalten. (Foto: © Alexandria / Pixabay)
Staat und Kirche

Ablösung der Staatsleistungen

Friedrich Coradill

Im Rahmen der Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen wird immer wieder über Entschädigungszahlungen gesprochen und wie diese angeblich zu begründen sind. Dass diese aus mehrfachen Gründen nicht gerechtfertigt sind, wird nachfolgend dargestellt.

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Vom Innenministerium in Auftrag gegebene Studie: Muslimfeindlichkeit – eine deutsche Bilanz.
Staat und Kirche

Kritik- und emanzipationsfeindlich
Der Unabhängige Expertenkreis Muslimfeindlichkeit legt seinen Abschlussbericht vor

Romo Runt

Parallel zu der in Berlin eingesetzten Expert*innenkommission antimuslimischer Rassismus (vgl. MIZ 3/22) traf sich auf Bundes­ebene ein Unabhängiger Expertenkreis Muslimfeind­lichkeit, der 
im Juni seine Ergebnisse in einer fast 400 Seiten umfassenden
 Studie vorgelegt hat. Auch wenn weder die Gesamtdarstellung noch die Handlungsempfehlungen des Expertenkreises die offen identitäre Ausrichtung des Berliner Pendants an den Tag legen, erweisen sich auch hier viele der Perspektiven und Forderungen 
als problematisch.

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Prisma

Erdoğan schürte vor allem die Angst der Wählerschaft vor dem Verlust des Glaubens. (Foto: © wpoeschl / Pixabay)
Prisma

Die Türkei nach der Wahl

Lale Akgün

Keine Gewaltenteilung, das Parlament entmachtet, Medien zu 95% in den Händen von Erdoğan- Befürwortern, Unterdrückung von Minderheiten, die Zahl der Häftlinge in den Gefängnissen prozentual zur Bevölkerung die höchste in Europa und allein im vergangenen Jahr knapp 17.000 Oppositionelle verhaftet. Dazu eine stetige Verarmung der Bevölkerung; unter diesen Bedingungen hätten die AKP die Parlamentswahlen am 14. Mai und Erdoğan die Stichwahl zum Präsidenten am 28. Mai verlieren müssen. Dem war aber bekanntlich nicht so.

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Papst Johannes Paul II. wird in Polen wie ein Nationalheiliger verehrt. (Foto: © Denis Doukhan / Pixabay)
Prisma

Vertuschung und Entschuldigung
Polen ist noch tief gespalten, wenn es um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle geht

Gerhard Rampp

Die Aufarbeitung der Fälle sexualisierter Gewalt durch Priester und Kirchenangestellte gegen Minderjährige geht in Polen langsam voran. Vertuschungsvorwürfe gegen Karol Wojtyla hätten beinahe einen Religionskrieg ausgelöst; ein amtierender Würdenträger hat sich hinegen öffentlich und umfassend für das Versagen der katholischen Kirche entschuldigt.

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