17 veröffentlichte Artikel:

Neulich MIZ 4/21

Neulich …
... am Ursprung der 
Fake News

Gerhard Rampp

kam dem Papst eine grandiose, geradezu göttliche Idee. Schon Ende April rief er zu einem Sturmgebet gegen die Pandemie auf. Einen „Gebets-Marathon“ hatte er sich Mai gewünscht: Gläubige in aller Welt sollten den Rosenkranz beten, „für ein Ende der Corona-Pandemie und ein Wiederaufleben des sozialen und wirtschaftlichen Lebens“, wie Radio Vatikan berichtete.

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Mehr als 500 Millionen Euro erhalten die Kirchen jedes Jahr vom Staat als Ausgleich für Territorialverluste zu Feudalzeiten, Foto: Daniela Wakonigg
Staat und Kirche MIZ 4/20

Kirchenfinanzierung auf die linke Tour

Gerhard Rampp

Die schwindende Mitgliederzahl der Kirchen wird zu sinkenden 
Einnahmen führen. Eine Zukunftsstudie, die kürzlich von Experten 
der Universität Freiburg zusammen mit Kirchenvertretern er­arbeitet wurde, geht davon aus, dass sich die Kirchenmitglieder­zahl bis 2060 halbieren wird. Die Kirchensteuereinnahmen werden nominell mit 12 Milliarden Euro zwar gleich bleiben, aber in der Kaufkraft ebenfalls um die Hälfte absinken. Allerdings geht diese Studie, die auf den Daten von 2017 beruht, von optimistischen Annahmen aus, die inzwischen korrekturbedürftig sind.

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Johann Gottfried Herder (1744-1803), Gemälde von Anton Graff, 1785
Schwerpunktthema MIZ 1/21

Serie: Aufklärung /// Herder – Wegbereiter des liberalen Protestantismus

Gerhard Rampp

Auf den ersten Blick ist es erstaunlich, wie stark die Ideen der Aufklärung von Teilen der lutherischen Kirche im frühen 19. Jahrhundert übernommen wurden, während die katholische Kirche bis zum II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) dafür fast völlig taub blieb. Eine bedeutende Rolle bei der Liberalisierung des Protestantismus spielte der Theologe, Dichter und Philosoph Johann Gottfried Herder.

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Prisma MIZ 2/20

Rheinischer Merkur und Altöttinger Liebfrauenbote
Kronzeugen für den Untergang des traditionellen Katholizismus

Gerhard Rampp

Der Schwund der Katholiken in Deutschland ist zwar allgemein bekannt, steht aber im Schatten des noch auffälligeren Rückgangs bei den Protestanten. Tatsächlich kommt es in der katholischen Kirche aber nicht so sehr auf den statistisch erfassbaren Rück­gang an, obgleich dieser mit 2 bis 2,5 Millionen Mitgliedern pro Jahrzehnt auch nicht unerheblich ist. Viel schwerer wiegt der Verlust der erzkonservativen Anhänger, denen ein Wort des Papstes, manchmal sogar schon des Bischofs, als Beweis für die Richtigkeit der katholischen Überzeugung galt. Diese gleichzeitig blindgläubige und oft aggressiv-fanatisch auftretende Klientel ist am Verschwinden.

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Ende Februar 2020 kippte das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe den „Sterbehilfe-Verhinderungs-
Paragraphen“ 217 StGB, Foto: Daniela Wakonigg
Staat und Kirche MIZ 1/20

Umwertung der Werte
Das Urteil zum „Sterbehilfe-Verhinderungs-Paragraphen“ 
217 StGB markiert einen historischen Einschnitt

Gerhard Rampp

Dass der im November 2015 verabschiedete § 217 StGB in dieser Form keinen Bestand haben würde, erwarteten bereits nach der Anhörung im April 2019 nahezu alle Beobachter. Damals konnten sechs der Kläger (zumeist Sterbehelfer und Vertreter von Patienten) sowie die Vertreter von Bundesregierung und Bundestag ihre Positionen darlegen. Symptomatisch für den Verlauf waren die Zwischenfragen des Gerichts, das sich bestens vorbereitet hatte. Auf den Hinweis des Gesundheitsministeriums, dass die Zahl der Suizidwilligen „besorgniserregend“ angestiegen sei, fragte ein Richter, ob dies nicht vielleicht darauf zurückzuführen sei, dass mehr Menschen als früher von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machten. Darauf war der Ministerialvertreter so perplex, dass ihm keine Antwort mehr einfiel.

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Kinder zu taufen, solange sie noch nicht selbst entscheiden kˆnnen, ist ein Eingriff in deren Selbstbestimmungsrecht, Foto: Pixabay
Staat und Kirche MIZ 4/19

Religionsfreiheit contra religiöse Dominanz
Warum Religionsgesellschaften gar kein Interesse 
an voller Religionsfreiheit haben

Gerhard Rampp

Wenn der Vatikan die Beziehungen zu Staaten definiert, steht die Forderung nach Religionsfreiheit an erster Stelle. Gemeint ist damit meist nur das Recht der Kirche, nach eigenem Gutdünken schalten und walten zu dürfen, ohne dass sich der Staat in kirchliche Angele­
genheiten einmischt – während sich die Kirche sehr wohl in staat­liche Angelegenheiten einmischen will. In Wirklichkeit ist der Be­griff „Religionsfreiheit“ aber weit umfassender, als die Kirchen glauben machen wollen.

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Staat und Kirche MIZ 4/18

Trennung von Staat und Kirche 
in Griechenland

Gerhard Rampp

Die griechische Regierung hat einen 15-Punkte-Plan vorgelegt, der das Verhältnis von Staat und orthodoxer Kirche modernisieren soll. Der Deal zwischen Ministerpräsident Tsipras und Erzbischof Ieronymos von Athen wurde am 6.11.2018 verkündet, war aber sowohl innerhalb des Klerus als auch der säkularen Parteien umstritten. Der Hintergrund: Eine der nie erfüllten Beitritts­bedingungen für die griechische Mitgliedschaft in der damaligen 
EG war die Trennung zwischen Staat und Kirche.

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Staat und Kirche MIZ 3/18

Kirchlicher Missbrauch ohne Ende

Gerhard Rampp

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hat der katholischen Kirche schon Monate vor der Veröffentlichung des Forschungsberichts zu sexuellen Verfehlungen von Priestern gegenüber Kindern eine bei weitem unzureichende Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs vorgeworfen. „Aufarbeitung wird noch zu oft als Gefahr für die eigene Institution gesehen“, stellte Johannes Rörig damals gegenüber der Presse fest. Diese Haltung mache deutlich, wie sehr Institutionen- und Täterschutz noch immer vor Opferschutz stehe. „Es darf nicht mehr nur um den Schutz und das Ansehen der Kirche gehen“. Für eine entsprechende Studie der Deutschen Bischofskonferenz hätten keineswegs alle Bistümer ihre Archive geöffnet.

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Staat und Kirche MIZ 2/18

Kreuze in staatlichen Gebäuden?

Gerhard Rampp

Seit dem 1. Juni 2018 sollen nach dem Willen der CSU im Eingangsbereich aller staatlicher Gebäuden ein Kreuz hängen, das damit erstmals seit 20 Jahren wieder öffentlicher Diskussionsgegenstand wurde. Anders als nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zu Schulkreuzen behaupten Söder und Konsorten nun, das Kreuz sei nicht als religiöses Zeichen, sondern wahlweise als Ausdruck der bayerischen Tradition, der bayerischen Grundwerte oder des bayerischen Lebensgefühls zu verstehen.

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Staat und Kirche MIZ 2/17

Sterben die Scheinriesen aus?
Die aktuelle Kirchenstatistik unterstreicht die Krise 
der Volkskirchen

Gerhard Rampp

Die Süddeutsche Zeitung scheint es vorausgeahnt zu haben. Am Wochenende vor der Bekanntgabe der neuesten Zahlen schrieb sie als Vorausschau: „… ein mäßig spaßiger Termin am Dienstag: Dann wird der Abschlussbericht zum Missbrauchsskandal bei den Domspatzen vorgestellt. Wie der den Heiligenschein der Kirche für viele Leute ausgeknipst hat, zeigt sich wohl am Freitag, wenn die Kirchen bekannt geben, wie viele Mitglieder sie noch haben. Manche prognostizieren, allzulang dürfte die Aufzählung nicht dauern.“

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Ein Blick in den Sitzungssaal des Europäischen Gerichtshofes. (Foto: Stefan64 / Wikipedia)
Staat und Kirche MIZ 1/18

Weitreichendes Grundsatzurteil
Der Europäische Gerichtshof schränkt die Diskriminierung durch das kirchliche Arbeitsrecht ein

Gerhard Rampp

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat ein weitreichendes Grundsatzurteil gefällt, das Auswirkungen auf viele Jobs bei den Kirchen haben dürfte (AZ: C-414/16). irchliche Arbeitgeber dürfen demnach nicht bei jeder Stelle von Bewerbern eine Reli­gionszugehörigkeit
fordern. Zur Bedingung darf die Zugehörig­keit zu einer Konfession nur gemacht werden, wenn dies für die Tätigkeit „objektiv geboten“ ist. Außerdem muss die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben.

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Prisma MIZ 3/14

Kirchen in Deutschland
Auf dem Weg von der Monopolstellung zur Bedeutungslosigkeit

Gerhard Rampp

Vor kurzem sprach der katholische Bischof von Stuttgart-Rotten­burg von einem „Überlebenskampf“ der Kirchen in Europa. Dies mag übertrieben scheinen, denn ihre Existenz steht ja nicht in Frage. Aber noch nie sind Religionsgemeinschaften auf friedlichem Wege in so kurzer Zeit derart stark geschrumpft wie die beiden großen christlichen Kirchen in Mitteleuropa seit 1970. Wir be­finden uns mitten in einem grandiosen, öffentlich noch kaum registrierten Umdenkprozess.

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Prisma MIZ 3/12

Dialog der Weltanschauungen statt interreligiöser Dialog

Gerhard Rampp

Auch christliche Kreise erkennen mehr und mehr: Die Konfessions­freien sind in der Gesellschaft so zahlreich geworden, dass sie nicht mehr ohne Verlust an Glaubwürdigkeit ignoriert oder aus­gegrenzt werden können. Nun stellt sich auch die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) im Leitartikel ihres Materialdienstes vom August 2012 diesem Thema. Der Titel „Vom interreligiösen Dialog zum Dialog der Weltanschauungen“ zeigt, dass der Autor die Brisanz begriffen hat.

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