Schwerpunktthema MIZ 3/22

Zum Zusammenhang zwischen Salman Rushdie und der Revolution der Frauen im Iran

Maryam Namazie

Salman Rushdies Agent hat bestätigt, dass der mutige Schriftsteller nach dem brutalen Angriff während einer Veranstaltung auf der er zum Thema Asyl für Schriftsteller sprechen sollte, auf einem Auge erblindet ist und eine Hand nicht mehr benutzen kann. Das Attentat im Bundesstaat New York am 12. August 2022 war eine deutliche Erinnerung daran, dass der Schriftsteller auch Jahrzehnte nach der Fatwa von Ajatollah Khomeini gegen Rushdie und seine Satanischen Verse noch immer nicht sicher ist, wenn er schreibt und spricht.

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Masih Alinejad, Foto: Masih Alinejad
Prisma MIZ 1/22

„Sie weigern sich, den Familien der Opfer ein Visum zu geben“
Ein Gespräch mit Masih Alinejad über Verschleierung, Widerstand und die Heuchelei westlicher Politik

Masih Alinejad und Teresa Hofmann

Obwohl Masih Alinejad den Iran vor vielen Jahren verlassen musste, ist sie für die Islamische Republik ein Problem. Mit ihrer Social Media-Kampagne My Stealthy Freedom gab sie tausenden Iranerinnen eine Plattform für deren Protest gegen die Zwangsverschleierung. Anlässlich des Erscheinens ihrer Autobiographie „Der Wind in meinem Haar“ in deutscher Sprache 
hat sich Teresa Hofmann mit der Aktivistin unterhalten.

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Täterinnen und Täter aus islamischen Gemeinschaften gaben überwiegend an, das Opfer sei “zu westlich” geworden, Foto: Martino Pietropoli on Unsplash
Prisma MIZ 1/22

Sogenannte Ehrenmorde sind 
keine Femizide

Rebecca Schönenbach

In Berlin findet zurzeit ein Prozess gegen zwei Brüder statt, die angeklagt sind, ihre Schwester ermordet zu haben. Die Familie stammt aus Afghanistan, die Schwester lebte mit ihren Kindern in Berlin, die beiden Brüder besuchten sie häufig am Wochenende. Maryam H. hatte sich in Deutschland von ihrem Ehemann scheiden lassen. Sie war mit 16 Jahren an den ihr bis zu jenem Zeitpunkt unbekannten Mann verheiratet worden, der ihr wiederholt Gewalt antat. Ihre Brüder wiederum verbaten ihr nach der Trennung eine Liebesbeziehung, verlangten, dass die Tochter im Grundschulalter ein Kopftuch trage und versuchten, Maryams Leben bis ins Kleinste zu kontrollieren.

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Die Situation für Frauen in Afghanistan ist unter der Taliban-Herrschaft dramatisch, Foto: pixabay.com
Prisma MIZ 4/21

Solidarität mit afghanischen Mädchen 
und Frauen
Für das Recht auf Leben, Sicherheit, Gesundheit und Bildung

Rebecca Schönenbach

Am 23. Dezember 2021 verkündet die neue Außenministerin Annalena Baerbock ihre ersten Schritte für Afghanistan. Sie betonte, dass in Afghanistan eine große humanitäre Katastrophe bevorstehe und daher Hilfe nötig sei. Daher beteilige sich Deutschland mit 600 Millionen an der Hilfe, die über die Vereinten Nationen organisiert wird. Dadurch sei sichergestellt, dass das Geld nicht den Taliban zugutekomme.

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Wäre gerne in der Anonymität verblieben: Auch „Lebensschützer“ Yannic Hendricks zeigte Dutzende von ÄrztInnen an, 
die über Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruches informierten (Wandbild an der Roten Flora, Hamburg).
Prisma MIZ 2/21

„Die Frau muss die Freiheit haben, zu wählen, ob sie Mutter sein will oder nicht“1

Viola Schubert-Lehnhardt

Am 15. Mai 1871 wurde der § 218 ins Reichsstrafgesetzbuch des 
neugegründeten Deutschen Reichs aufgenommen. Auf Abtreibun­gen2 war eine Zuchthausstrafe von bis zu fünf Jahren vorgesehen. Schon davor gab es sowohl in Deutschland als auch weltweit drastische Strafen für das Beenden einer Schwangerschaft/Geburtenkontrolle3, als auch Proteste dagegen.4 Die Wurzeln dieses Streits zwischen Gegnern („pro life“) und Anhängern („pro choice“ – so die neueren Bezeichnungen für die jeweiligen Bewegungen) der Selbstbestimmung reichen zurück bis in die Antike.

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Silvester 2015 fand vor dem Kölner Bahnhof ein Gewaltexzess gegen Frauen statt, Foto: pixabay.com
Prisma MIZ 4/20

Warum Silvester 2015 auf die Tagesordnung muss

Rebecca Schönenbach

Fünf Jahre nach dem Gewaltexzess gegen Frauen in Köln erscheinen eine Reihe von Bilanzen. Es wird betont, dass Racial Profiling 
kritisiert worden sei, und die Polizei daraufhin ihre Strategie um­gestellt habe. Die negativen Auswirkungen auf die Willkommens­kultur werden ebenso bedauert wie die Hetzkampagnen durch Rassisten. Auch die geringe Zahl der Verurteilungen wird erwähnt und die Entschuldigung des jetzigen NRW-Ministerpräsidenten für das Staatsversagen gegenüber den Frauen am Kölner Bahnhof. Ansonsten tauchen die Opfer kaum auf. Es gibt keine Berichte über die psychischen Folgen und die Auswirkungen auf das Leben der Frauen – ebenso wenig wird über die Täter berichtet.

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Porträt Cinzia Sciuto
Prisma MIZ 4/20

„Eine formale Trennung zwischen Staat und Religionen reicht nicht aus“
Ein Gespräch mit Cinzia Sciuto über Multikulturalismus 
und Laizität

Sciuto Cinzia

Bunt und vielfältig soll das Leben sein und die Gesellschaft soll diesen Anspruch abbilden. Vielen gilt dabei das Konzept des „Multikulturalismus“ als Gegenmodell zu völkischen Vorstellungen vom homogenen Nationalstaat. Doch bei genauerem Hinsehen erweist sich der Ansatz als problematische Sackgasse. MIZ sprach mit der Philosophin Cinzia Sciuto über universelle Menschenrechte, religiöse Privilegien und ein zukunftsträchtiges Aufklärungsprojekt.

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Im Iran wurden seit der Islamischen Revolution – je nach Quelle – allein 4.000 bis 6.000 Menschen wegen Homosexualität hingerichtet. Bei den Massakern in den Gefängnissen wurden 1988/89 zwischen 10.000 und 15.000 Oppositionelle ermordet, Foto: pixabay.com / CC0
Prisma MIZ 1/21

Wie hat Deutschland abgestimmt?
Offener Brief anlässlich der Wahl des Iran in die 
UN-Kommission zur Rechtsstellung der Frau

Redaktion MIZ

Der Iran ist im April in die UN-Kommission zur Rechtsstellung der Frau gewählt worden. Deren Aufgabe ist es, für Geschlechter­gerechtigkeit und eine strukturelle Förderung von Frauen zu sorgen. Mina Ahadi vom Zentralrat der Ex-Muslime Deutschland und Rebecca Schönenbach von Frauen für Freiheit haben Zweifel, ob der Iran hierbei einen Beitrag leisten kann, und stellen die Frage, wer für die Wahl verantwortlich ist. Die MIZ dokumentiert ihren Offenen Brief an den Bundesaußenminister und den Ständigen Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen in New York.

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Prisma MIZ 1/20

Ein universelles Nein zu Gewalt an Frauen!
Die Istanbul-Konvention für alle erstreiten

Nicole Thies

Seit 1. Februar 2018 ist die Istanbul-Konvention (IK) in Deutschland in Kraft. Sie ist geltendes Recht, aber nicht für alle. Denn die Bundesregierung hat den Art. 59 (2) und (3) mit einem Vorbehalt belegt, dieser muss also nicht in geltendes Recht umgesetzt werden. Es betrifft Menschen mit prekärem Aufenthaltstitel. Die konsequente Umsetzung der IK und damit die Streichung des Vorbehalts sollte ausdrücklich eine zentrale Forderung der säkularen Hilfe für Geflüchtete und aller säkularer Verbände werden.

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Prisma MIZ 3/19

Gilead ist überall – nur nicht in Gilead
Die Rezeption von Margaret Atwood ignoriert 
die Komplexität ihrer Religionskritik

Agnes Imhof

Es war das literarische Ereignis des Jahres: Die Zeuginnen kam als Fortsetzung des Romans Der Report der Magd (The Handmaid’s Tale) von 1985 endlich in den Handel. Die mit Emmys und Golden Globes überschüttete Verfilmung läuft in mittlerweile drei Staffeln. Wann immer man dieses Frühjahr in England den Fernseher einschaltete oder an einer Buchhandlung vorbeiging: The Handmaid‘s Tale.

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Prisma MIZ 3/19

Internationale Solidarität gegen Zwangsverschleierung
Säkulare Migrantinnen organisieren einen Protesttag gegen religiöse Bekleidungsvorschriften

Redaktion MIZ

Teheran, Straße der Revolution, 27. Dezember 2017. Eine junge Frau steigt auf einen Stromverteilerkasten, nimmt ihr „Kopftuch“ ab, bindet es an einen Stock und schwenkt diesen hin und her. Mittlerweile hat das „Mädchen der Revolutionsstraße“ zahlreiche Nachahmerinnnen gefunden, die auf diese Weise gegen die Bekleidungsvorschriften protestieren, die vorsehen, dass Frauen nur verschleiert am öffentlichen Leben teilhaben dürfen. Ihren Kampf soll der Internationale Tag gegen Zwangsverschleierung unterstützen.

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Prisma MIZ 1/19

Neue Rechte, alte Zwänge

Alia Ahmad

„Hier in Deutschland sind Frauenrechte Realität und nicht wie bei uns bloß hohle Phrasen.“ Das sagt sie, ganz selbstbewusst, nachdem sie erfahren hat, dass ich im Bereich der Frauen- und Kinderrechte arbeite. Wir sitzen im Zug, eine Gruppe syrischer Frauen, die sich zufällig gebildet hat. Ich stimme der jungen Frau zu und die Sozialwissenschaftlerin in mir ist sofort interessiert. „Welche neuen Rechte hast du als Frau dazugewonnen und wie wird dein Leben dadurch positiv beeinflusst?“ Ihre Antwort schockiert mich: „Gar keine …

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Schwerpunktthema MIZ 3/18

Was hat die Novemberrevolution 1918 den Frauen gebracht?

Gisela Notz

Die Novemberrevolution brachte den Frauen nach langem Kampf das Wahlrecht. Das jedenfalls wird in diesem 100-jährigen Jubiläumsjahr der Novemberrevolution überall gefeiert. In der Erklärung des Rates der Volksbeauftragten, der im Zuge der revolutionären Ereignisse nach dem Ersten Weltkrieg ab 10. November 1918 die höchste Regierungsgewalt inne hatte und zu diesem Zeitpunkt aus Vertretern der Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD) und Mehrheitssozialdemokraten (MSPD) bestand, an das deutsche Volk vom 12. November 1918 hieß es eindeutig: „Alle Wahlen zu öffentlichen Körperschaften sind fortan nach dem gleichen, geheimen, direkten, allgemeinen Wahlrecht (…) für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen zu vollziehen.“

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Schwerpunktthema MIZ 3/18

Der Kampf um den weiblichen Unterleib

Daniela Wakonigg

Bis heute ist es in Deutschland weder legal abzutreiben noch über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Beides ist lediglich unter bestimmten Bedingungen straffrei. Hinter diesen Regelungen steckt ein Frauenbild, das den Kampf von Frauen um ihre Autonomie von Anfang an begleitet hat und das heute durch das Erstarken rechtsklerikaler Kreise neuen Aufwind erhält.

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Porträt Nicole Thies
Editorial MIZ 3/16

„Macht wird eben niemals freiwillig abgegeben“

Nicole Thies

Dieses Heft greift ein Thema auf, das in den letzten Jahren immer wieder in den Fokus geriet: Gender. Die Feuilletons jedweder Zeitungen – egal welcher Couleur – und die sozialen Medien sind zu Schlachtfeldern der erbitterten Fürsprecher_innen und Gegner_innen geworden. Die Angriffe betreffen das Thema Gender als Konzept, Gleichstellungsforschung, Gleichstellungspolitik oder Gleichstellungs­strategien.

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Schwerpunktthema MIZ 3/17

„Mein Bauch gehört mir“ – 
oder wem sonst?

Gisela Notz

Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper war eine der zentralen Forderungen der Frauenbewegungen der 1970er Jahre. Heute wird Selbstbestimmung oft eingefordert, ohne nach der sozialen Bedingtheit der Wünsche zu fragen. In einer auf Zwängen, Ungerechtigkeiten und Konkurrenz beruhenden Gesellschaft kann es keine wirklich freien Entscheidungen geben. Beispiele sind die weitverbreitete und schon zum Standard gewordene Anwendung von Pränataldiagnostik (PND) und die mit Wirkung vom 8. Dezember 2011 erfolgte Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik (PID).

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Porträt Nicole Thies
Editorial MIZ 3/17

Den Konservativen und Reaktionären die Argumente ablaufen…

Nicole Thies

Das selbstbestimmte Leben gilt als eines der wichtigen Ziele in säkularen Kreisen und darüber hinaus. Sexuelle und reproduktiven Selbstbestimmung ist das Recht der Frau, über ihren Körper zu verfügen, und folglich die klare Forderung nach ersatzloser Streichung des § 218 und § 219 StGB, wie auch der IBKA in seinem politischen Leitfaden definiert.

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Schwerpunktthema MIZ 1/18

„Ich habe keine Lust aufs Patriarchat und eine Gesellschaft ohne Gleichberechtigung“
Ein Gespräch mit Vera Muth über Ehre, Punk und religiöse Kleiderordnungen

Redaktion MIZ

Seit Jahren beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe der Frauenrechts­organisation Terre des Femmes mit den Auswirkung religiöser Vorstellungen auf das Leben von Frauen weltweit. In Bezug auf Deutschland forderte die Mitfrauenversammlung im Mai ein Verbot des Kinderschleiers, nun liegt ein Papier vor, das Argumente für ein Verbot der Vollverschleierung zusammenstellt. Eine der Autorinnen ist Vera Muth, die Koordinatorin der GerDiA-Kampagne; sie gibt Auskunft über Motivation und Zielsetzung der AG-Frauen und verteidigt Religionskritik gegen kulturrelativistisch begründete Angriffe.

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Schwerpunktthema MIZ 1/18

Terre des Femmes: Argumente zur Debatte um die Vollverschleierung

Redaktion MIZ

Terre des Femmes ist eine Frauenrechtsorganisation mit feministischem Leitbild. Sie setzt sich für eine Verbesserung der Lebens­situation von Frauen ein. Dabei gerät auch Religion als eine Ursache der Benachteiligung oder Unterdrückung von Frauen immer wieder in den Blick, ob es nun um Genitalverstümmelung oder Ehrverbrechen geht. Im Folgenden dokumentieren wir auszugsweise die derzeit kontrovers diskutierte Argumentations­hilfe zum Thema Vollverschleierung.

Warum dieses Papier?

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Editorial MIZ 1/18

Voll verschleiert oder besser getrennt?

Frank Welker

Es war 2012 der glücklose CDU-Bundespräsident Christian Wulff, der in Reaktion auf das Erscheinen von Thilo Sarrazins Buch Deutschland schafft sich ab Folgendes ausführte: „Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Aus einer säkularen Sicht war dies damals schon eine falsche Antwort auf eine ebenso falsche Frage. Denn warum sollte der private Glaube Teil eines Staatsgebildes sein? Es zeichnet einen modernen und offenen Staat ja gerade aus, dass Religion und Staat getrennt sind.

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Schwerpunktthema MIZ 1/16

Frauen, Flucht, Emanzipation?

Arzu Toker

Im Rahmen der Flüchtlingsdebatten wird diskutiert, ob Flucht für Frauen nicht auch ein Tor zur Emanzipation öffnen kann. Emanzi­pation ist keine Pflanze, die nur in bestimmten Breitengraden wächst. Es gibt auch reichlich gebildete, emanzipierte syrische Frauen. Doch die Frauen, die schon in Syrien nichts mit Emanzi­pation gemein hatten, werden durch die Flucht und ungewollte Begegnung mit einer neuen Gesellschaft damit konfrontiert, herausgefordert.

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Prisma MIZ 4/15

„Wir müssen lernen den Frauen zu vertrauen“
Ein Gespräch mit Sarah Diehl zu den Themen Schwangerschaftsabbruch und Mutterbild

Sarah Diehl

Sarah Diehl engagiert sich seit Jahren für eines der zentralen Frauenrechtsthemen: das Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Dabei geht es ihr um den ‘sicheren’ Zugang: dass Frauen körperlich unversehrt einen Schwangerschaftsabbruch durchführen können – was deutlich wahrscheinlicher wird, wenn der Eingriff bzw. die Medikamenteneinnahme legal sind. Ihr ist die Entkriminalisierung ebenso wichtig wie die Entstigmatisierung innerhalb der Gesell­schaft.

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Schwerpunktthema MIZ 4/15

Frauen auf der Flucht

Gisela Notz

Etwa 800.000 Geflüchtete sollen bis zum Ende 2015 nach Schät­zungen des Bundesinnenministeriums nach Deutschland gekom­men sein. Sie sind Teil einer „Flüchtlingswelle“, wie sie Deutsch­land seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr erlebt hat. Menschen fliehen nicht freiwillig. Die weitaus meisten Menschen fliehen vor Bürgerkriegen, viele aufgrund von weltweiten Men­schenrechtsverletzungen wie Armut, Hunger, Folter, politischer Unterdrückung oder Umweltkatastrophen.

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Schwerpunktthema MIZ 1/14

Die Frauenbewegung zu Kreuze getragen…?
Über femen und ihre Aktionsformen als Teil des 
sogenannten Postfeminismus

Nicole Thies

Für einen Teil der Frauenbewegung zählt Religionskritik zu ihren
Grundpfeilern. Die Frauenbewegung gibt es jedoch nicht. Und
soziale wie politische Aktivist_innen, Bewegungen und Organisa­tionen, die für Frauenrechte und frauenpolitische Themen streiten
und kämpfen, sind nur zum Teil explizit und radikal religions­kritisch. Gemein ist dennoch vielen die Einschätzung und Begrün­dung, dass Religionen – insbesondere die monotheistischen – die patriarchal herrschaftliche Unterdrückung von Frauen festigen und gesellschaftliche Geschlechtsunterschiede manifestieren. Seit 2008 gehört die Gruppe femen zum Aktionist_innenkreis – eine Bewegung, die sich dezidiert religionskritisch positioniert, eine Gruppe, die zuletzt ebenso viel Medieninteresse auf sich zog wie Kritik – nicht nur aus antifeministischen Kreisen.

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Josephine Witt
Schwerpunktthema MIZ 1/14

„Wir nutzen den Boulevard und 
wir erzielen Resultate“
Ein Interview mit Josephine Witt über die femen-Bewegung und ihre Kritik an Religion(en)

Josephine Witt und Nicole Thies

Die femen-Bewegung provoziert und demaskiert – kontrovers und medienwirksam. Markenzeichen: kurze, politisch provokante Worte auf nackten weiblichen Oberkörpern für Frauenrechte, gegen die Unterdrückung, Gewalt und Sexualisierung der Frauen, gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Und die mediale Präsenz und die Tatsache, in kürzester Zeit so häufig Schlagzeilen produziert zu haben, scheint der Idee Recht zu geben… Nicole Thies sprach für die MIZ mit Josephine Witt, eine der deutschen Aktivistinnen.

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Schwerpunktthema MIZ 4/11

Mutter und Hilfskraft
Frauen in Judentum und Christentum

Daniela Wakonigg

Selten bietet es sich so sehr an, bei Adam und Eva zu beginnen: Im 1. Buch Mose der jüdischen Thora sowie der christlichen Bibel erschafft Gott die Welt und den Menschen aus einer Handvoll Erde (hebr. adama): Adam. Der erste Mensch ist also ein Mann. Und nicht nur das, sein Name „Adam“ bedeutet Mensch. Mensch-Sein heißt also zuerst und zuvorderst Mann-Sein. Aber dann entschließt sich Gott, seine Schöpfung nachzubessern: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht“ (Gen 2,18). Von Anfang an als Hilfskraft konzipiert, erblickt so die Frau das Licht des Gartens Eden. Gemacht wird sie aus einer Rippe Adams, der erfreut ausruft: „Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“ (Gen 2, 23) und damit die Jahrtausende währenden Besitzansprüche des Mannes über die Frau begründet. Die Frau ist Besitz des Mannes, denn eigentlich ist sie ja ohnehin ein Teil von ihm.

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Schwerpunktthema MIZ 4/11

Volk der Hölle
Frauen im Islam

Arzu Toker

Der Islam akzeptiert keine Trennung von Staat und Religion. Insofern ist der
Koran kein Buch der gesammelten 1400 Jahre alten Geschichten sondern das
unfehlbare Wort des islamischen Gottes, welches Mohammed, dessen Prophet,
offenbarte. Wie auch in der Thora gilt die Frau im Koran als Mensch zweiter
Klasse, denn die Männer wurden den Frauen erhaben erschaffen.

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Schwerpunktthema MIZ 4/11

Wandelnde Latrinen
Frauen im Buddhismus

Colin Goldner

Wie prinzipiell jede der „Weltreligionen“ ist auch der Buddhismus von tiefer Frauenfeindlichkeit geprägt. Schon von Anbeginn war dem Buddhismus alles spezifisch Weibliche ausgesprochen verdächtig – Menstruation, weibliche Sexualität, Empfängnis, Schwangerschaft, Gebärakt –, selbst das Lächeln einer Frau wusste die buddhistische Lehre zu dämonisieren. Buddha selbst werden abgründig frauenverachtende Sentenzen zugeschrieben: Der Legende nach soll er einer Gruppe junger Frauen entgegengeschleudert haben, ihr Körper sei ein „Sumpf aus Unrat, ein krankmachender Haufen Scheiße. Wie soll man sich an solchen wandelnden Latrinen erfreuen?“1

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